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Peru und der Traum von „Einer Familie unter Gott“
Rede anlässlich eines Banketts mit VIPs in Peru
Lima, 19.04.2008

Auch wenn ich heute zum ersten Mal hier bin, fühle ich mich umgeben von
einer Familie, nach der ich mich lange gesehnt habe. Ich war sehr bewegt von
den Kommentaren des Generals, der Kongressabgeordneten und anderer
Friedensaktivisten, die zeigen, dass sie sich die Vision der UPF zu Eigen
gemacht haben. Ich glaube, dass bahnbrechende Ereignisse stattfinden können,
wenn unsere Friedensbotschafter diesen Traum der Errichtung „einer Familie
unter Gott“ mit uns teilen können. Eine Vision und ein Traum, von denen sich
niemand angesprochen fühlt, sind nicht mehr als nur Ideen. Eine Vision und
ein Traum jedoch, die von Menschen getragen sind, können die Welt
transformieren.
Dieser Lateinamerika Tour liegt eine Vision zugrunde. Ich hatte das Glück
einen Historiker zu treffen und mit ihm über Geschichte zu reden. Jedes Mal
wenn ich über Geschichte spreche, bin ich etwas aufgeregt, weil ich damals,
als ich mich für ein Hauptfach an der Columbia Universität entscheiden
musste, meinen Vater fragte, was er vorschlägt, welches Hauptfach ich wählen
sollte? Mein Vater schreibt seinen Kindern niemals etwas vor. Er möchte,
dass jeder selbst entscheidet. Er möchte, dass wir Besitz ergreifen. So
schlug er mir 3 Fächer zur Auswahl vor. Kurz gesagt, ich wählte Geschichte.
Besonders die Geschichte Amerikas.
Ja, diese Geschichte ist voller Gewalt, aber auch voller Hoffnungen,
Mitgefühl und voll von Träumen. Die ersten Europäer erreichten Amerika im
Osten. Christoph Kolumbus jedoch entdeckte die Karibik und von diesen
Karibischen Inseln aus landeten die Europäer später in Zentralamerika. Eine
der Beobachtungen, die ich damals meinem begeisterten Professor mitteilte,
war, dass der Sitz der Zivilisation der beiden Amerikas vor der Ankunft der
Europäer in Zentral- und Südamerika lag. Eine Zivilisation, die den
damaligen großen Zivilisationen der Welt ebenbürtig war. Wenn ich an das
Volk der Inkas denke, die Machu Pichu auf den höchsten Bergen der Anden
erbauten, mache ich mir Gedanken, was wohl ihre Bestrebungen und Träume
gewesen sein mögen, für die sie am Gipfel ihrer Welt diesen großartigen
Tempel errichteten. Und ich kann mir die Augen der Europäer vorstellen, als
sie die erhabene Größe dieser Kultur zum ersten Mal erblickt haben. Sie
mussten überwältigt gewesen sein. Aber oft verlieren die Vermögenden die
Armen aus ihrem Blickfeld. Als die Europäer nach Südamerika kamen und ihre
Augen den Reichtum dieser Kultur und ihren Überfluss sahen, begannen sie,
getrieben von ihrer Gier, Zentral- und Südamerika auszubeuten.
Die Geschichte des Nordens verlief ganz anders. Die Ureinwohner Nordamerikas
waren Nomaden. Sie hatten keine vergleichbar große Zivilisation. So hatten
die Europäer, die nach Nordamerika kamen, andere Motive, nicht die der
persönlichen Bereicherung. Natürlich gab es Jamestown, jenen Ort, an dem die
Basis für wirtschaftlichen Reichtum errichtet wurde. Dieses Experiment ging
jedoch gründlich schief. Die einzige Siedlungen von Europäern, die
florierten, waren diejenigen, die bestrebt waren, eine Nation unter Gott zu
errichten. Diese Europäer kamen aus religiösen Gründen.
Obwohl ich nicht amerikanischer Abstammung bin – ich wurde weit westlich von
hier am anderen Ende des Pazifiks, in Korea geboren – betrachte ich die
beiden Amerikas als meine wahre Heimat. Ich habe Amerika zu meiner zweiten
Heimat gemacht. Für mich jedoch war der amerikanische Traum niemals ein
politischer Traum. Es war kein wirtschaftlicher Traum, denn wir wissen, dass
Demokratien, wenn sie nur ihr Eigeninteresse vertreten, genauso skrupellos
und diktatorisch sein können, wie totalitäre Regime. Wir wissen auch, dass
ein Kapitalismus, der nicht von Werten kontrolliert ist, die Welt spaltet in
jene, die besitzen und jene, die nichts besitzen. Wir Menschen wurden von
Gott mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten ausgestattet. Es wird
immer welche geben, die unter diesem System mehr oder weniger haben. Ich sah
den amerikanischen Traum niemals als einen wirtschaftlichen oder politischen
Traum. Für mich war der amerikanische Traum der Traum der Errichtung einer
Nation unter Gott, welche die Souveränität Gottes anerkennt und auf diese
Weise die Menschheitsfamilie jene Würde verleiht, die nur von Gott kommen
kann.
Daher betont das erste Dokument, das die Geburt dieser Nation beurkundet,
nämlich die Unabhängigkeitserklärung, ganz direkt und ohne Umschreibung die
Souveränität Gottes als Basis, auf der sich die Grundrechte eines jeden
Amerikaners gründen. Aber Menschen sind mit Makeln behaftet. Und so war die
Geschichte Nordamerikas, obwohl sie ihre Basis in Gott und den universellen
Prinzipien hat, die ausschließlich von Gott kommen können und die Würde des
Menschen auf die Ebene der Menschenrechte, der universellen Menschenrechte,
hochhebt, eine Geschichte von Menschen, die Fehler machten. Dennoch basiert
Führung dieser Nation auf universellen Prinzipien. Sie sind der Fels, auf
dem diese Nation gegründet ist und auf der sie groß wurde. Wir brauchen nur
einen Blick auf die Misere der Schwarzen in Amerika werfen, die unter jeder
Menschenwürde als Sklaven auf diesen Kontinent kamen. Die Gründerväter, die
auf der Grundlage dieses heiligen Dokuments, dieses Bundes mit Gott, die
Nation errichtet haben, erkannten die moralische Sünde, die sie begangen
haben. Und so begann diese Nation, noch bevor sie hundert Jahre alt war,
einen Bürgerkrieg, bei dem diese Angelegenheit gelöst und allen Menschen, ob
schwarz oder weiß, die gleichen Freiheiten unter dem Gesetz zugeschrieben
wurden. Aber wir wissen, dass der Wert und die Rechte des Menschen nicht von
einer Regierungen bestimmt werden kann. Sie werden von den Menschen
untereinander zugebilligt. Und wenn auch die afrikanische Bevölkerung unter
dem Gesetz die gleichen Rechte bekamen, in der Praxis blieben sie Bürger der
zweiten Klasse, weil ihnen die Weißen nicht die Würde gaben, die aus der
Wahrheit kommt, dass wir alle eine gemeinsame Herkunft besitzen. Bevor wir
schwarz oder weiß sind, sind wir vor allem Söhne und Töchter Gottes und
Amerikaner.
Diese Angelegenheit wurde erst im 20. Jahrhundert gelöst, als ein religiöser
Führer aufstand, nicht ein politischer, nicht ein Akademiker oder
Bürgerrechtler, der mit einer Autorität ausgestattet war, die nur von Gott
kommen konnte. Dieser Mann zitierte nicht nur die Bibel, sondern berief sich
auf die Unabhängigkeitserklärung, in der es heißt „wir erachten diese
Wahrheiten als selbstverständlich, dass wir alle von unserem Schöpfer mit
bestimmten unteilbaren Rechten ausgestattet wurden“. Er appellierte an das
Gewissen der Nation. Schließlich gelang es ihm, diese Nation zu bewegen,
indem an die Vision der Gründerväter erinnerte, nämlich Eine Nation unter
Gott zu errichten. Aber heute haben wir dank der Arbeit der Universal Peace
Federation einen noch größeren Traum als Eine Nation unter Gott. Eine Nation
unter Gott bedeutet, dass es eine von 200 Nationen gibt, die Gottes
Souveränität anerkennt. Mit dieser Vision der Errichtung Einer
Menschheitsfamilie unter Gott, die alle nationalen, rassischen und
ethnischen Grenzen übersteigt und sogar über die religiösen Traditionen
hinaus geht, und einem gemeinsamen Wertesystem, können wir eine Welt des
Friedens errichten.
Einer der wunderbarsten Segen, die Gott diesem Kontinent gegeben hat, ist
das Christentum. Ich habe mich und meine christlichen Brüder und Schwestern
immer gefragt: „Was ist die wahre Mission Jesu?“ „Was bedeutet es ein wahrer
Christ zu sein?“ Vor 2000 Jahren veränderte ein junger Zimmermannssohn die
Welt in der er lebte, indem er der Menschheit eine Vision gab, die ihr
Gewissen und ihr Herz berührte, und zwar nicht nur der Juden sondern auch
von Menschen in der griechischen und römischen Welt.
Was war die Wahrheit, die er gelehrt hat? In einer der bedeutsamsten
Begebenheit seiner dreijährigen öffentlichen Mission, als er die berühmte
Bergpredigt hielt, sagte er: „Euch wurde gesagt ein Auge für ein Auge, einen
Zahn für einen Zahn“. Worauf bezog er sich damit? Er bezog sich auf das
mosaische Gesetz. Er sprach von einem neuen Wein, der neue Schläuche
benötigt. „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn
für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut,
keinen Widerstand, sondern, wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt,
dann halt ihm auch die andere hin.“ (Mt 5,38-39)
Es war die Botschaft der wahren Liebe, die sogar den Feind umarmen kann.
Aber eine noch bedeutendere Botschaft, welche die Aufmerksamkeit der
religiösen Führer erregte, war die Botschaft, dass wir Söhne und Töchter
Gottes sind, Mitglieder der einen, ewigen Menschheitsfamilie. Und es ist die
Rolle und die Mission des Menschensohnes, diese Familie zu einer Familie
aller Menschen unter Gott zusammen zu führen.
Das Volk, in das er hineingeboren wurde, das auserwählte Volk, war das
einzige, das an nur einen Gott glaubte. Alle anderen Zivilisationen glaubten
an viele Götter. Als Nachkommen der Linie Abrahams fühlten sie, dass sie
einen besonderen Bund mit Gott eingegangen waren. Aber anstatt ein neuer
Weinschlauch zu werden, um diesen neuen Wein aufnehmen zu können, boten sie
dem Menschensohn keinen Platz, auf dem er hätte sein Haupt ausruhen können.
So bedauerte er: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester;
der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“. Jesus
sollte die ursprüngliche Mission erfüllen, den ursprünglichen Traum, den
Gott für die Menschheit hatte bevor diese sich von Ihm getrennt hat – die
Errichtung einer Familie unter Gott. Diese Botschaft und diese Vision, die
Jesus vor 2000 Jahren verbreitete, veränderte die Welt, eine Welt, in der
die Menschenrechte, wie wir sie heute kennen, unbekannt waren. Sklaverei war
eine akzeptierte Einrichtung. Niemand dachte an Frauenrechte. Es gab kein
Verständnis für die Errichtung einer Familie unter Gott. Die Vision und
Botschaft Jesu wurde zum Fundament, auf dem die moderne Welt heute erbaut
wurde. Wenn daher jemand über Menschenrechte sprechen möchte, muss er
bedenken, dass die Menschenrechte zuerst und vor allem mit Gott beginnen und
mit der Wahrheit, dass wir alle Teil der einen Familie unter Gott sind.
Ich glaube, dass in dieser Welt der globalen Krise und des Konflikts, die
das Potenzial für einen religiösen Krieg in sich trägt, der Same der wahren
Botschaft von Einer Familie unter Gott, der vor 2000 Jahren ausgesät wurde,
heute an die Öffentlichkeit gebracht werden muss, in einer Hemisphäre, die
von Gott auserwählt und gesalbt wurde, um diese Mission zu erfüllen. Aus
diesem Grund empfing ein junger Mann im zarten Alter von 15 Jahren,
versunken in tiefem Gebet an einem kalten Ostermorgen in den windigen Bergen
Nordkoreas die Inspiration und den Auftrag, eine Familie unter Gott zu
errichten. An jenem denkwürdigen Tag gab dieser junge Mann ein Versprechen.
Er wusste, dass sein Leben ein Leidensweg sein würde. Dennoch war er bereit
sein Leben und seine Ambitionen zurückzustellen, um der Welt diese Botschaft
zu bringen, denn das ist nicht nur die Vision eines Mannes, oder nur einer
Familie. Das ist die Vision für die gesamte Menschheit. Dieser junge Mann,
der vor so vielen Jahren in die Hügel Nordkoreas ging, ist niemand anderer
als mein Vater, Rev. Dr. Sun Myung Moon. Er brachte uns die Bedeutung der
Vision der Errichtung Einer Familie unter Gott nahe. Auf dem Boden dieser
Vision, dieses Traums und dieser Sehnsucht entstand das heute
weltumspannende Netzwerk der Friedensbotschafter, die sich zum Ziel gesetzt
haben, diesen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Nur dieses Fundament
kann die Welt zum Frieden führen. Es ermöglicht den Leitern der Religionen,
über Trennendes und Konfliktpotential ihrer Glaubenstraditionen und
Konfessionen hinaus zu gehen und andere Religionen wert zu schätzen, nicht
nur bloß zu tolerieren. Denn auf der Grundlage der Vision von der Errichtung
Einer Familie unter Gott sind wir, bevor wir Muslime, Christen oder Juden,
Amerikaner, Peruaner oder Koreaner, schwarzer, weißer oder gelber Hautfarbe
sind, Söhne und Töchter Gottes, denen eines gemeinsam ist: die Verantwortung
der Errichtung einer Menschheitsfamilie unter Gott. Das ist die für uns alle
gültige Wahrheit, deren Verwirklichung wir als Menschheitsfamilie anstreben
sollten.
Wie Ihre Vorfahren, die Inkas, bestrebt waren, diese große Zivilisation auf
den höchsten Berggipfeln der Anden aufzubauen, so glaube ich, dass Peru eine
besondere Aufgabe hat, und dass die Friedensbotschafter diesen Samen in
ihren Herzen tragen. Mit anderen Worten, wir reden nicht nur von Ideen. Das
sind nicht nur schöne Worte. Vielmehr sind die Friedensbotschafter dieser
Nation Träger dieser Vision! Wie ich bereits ausgeführt habe, sind eine
Vision und ein Traum ohne die konkrete Person nicht mehr als eine Idee. Eine
Vision und ein Traum jedoch, die einen Besitzer haben, können die Welt
verändern.
Unsere Zeit ist eine Zeit, in der wir groß träumen sollten. Wir sollten die
höchsten Ziele anstreben. So wie die Nation im Norden von Gott gesalbt zur
größten aller Nationen der Welt aufsteigen konnte, so können das auch
Mittel- und Südamerika, wenn sie zum Träger dieses Traumes der Errichtung
Einer Familie unter Gott werden. Nicht Einer Nation unter Gott sondern Einer
Menschheitsfamilie unter Gott, die sich auf universellen Prinzipien gründet,
die nur von Gott kommen können. Diese Region hat keinen Mangel, was den
Überfluss ihrer Ressourcen oder die Kapazitäten ihrer Bewohner betrifft.
Sie wissen, dass ich seit Beginn dieser Lateinamerika-Tour in Zentralamerika
immer von den reichen Ressourcen und dem industriellen Potenzial des Volkes
dieser Region begeistert war, die dem Norden in nichts nachsteht. Aber, wenn
Sie mir diese Bemerkung gestatten, diese Region benötigt eine große Vision.
Sie benötigt Prinzipien und Werte, die die Menschen dieser Nation über
persönliche Interessen, Interessen für die eigene Familie und sogar der
eigenen Nation hinaushebt und die Größe der gesamten Region, die Größe des
Kontinents und die Größe von Nord- und Südamerika im Auge hat. Aus diesem
Grund bin ich hier.
Ich hoffe, dass diese Botschaft viele Menschen inspirieren kann, denn ich
bin überzeugt, dass Gott diese Nation Peru ausgesucht hat, eine ganz
gestimmte Position unter den Nationen einzunehmen. Große Dinge geschehen in
kleinen Schritten. Auch wenn die USA heute an der Spitze der Nationen der
Welt stehen, vor 250 Jahren, als sie in einem kühnen Abenteuer gegründet
wurde, waren es 13 ganz kleine Kolonien. Aber sie errangen ihre
Unabhängigkeit vom damals mächtigsten Weltreich. Der Grund, warum diese
Nation zu solcher Größe heranwachsen konnte, wie ich bereits erläutert habe,
war nicht wegen ihrer Politik oder wegen ihres Wirtschaftssystems. Der
eigentliche Grund ist, dass sie von Gott auserwählt wurde, und einen Bund
einging, der die Souveränität Gottes anerkannte. Wenn Peru zu einer Nation
werden kann, die als Grundlage für ein neues Peru Gottes Souveränität
anerkennt, die in der größten aller Visionen Eine Familie unter Gott gründet
und dies zu seinem fundamentalen Prinzip macht, dann kann Peru zu einer
führenden Nation, nicht nur in dieser Hemisphäre, sondern in der ganzen Welt
werden.
Ich möchte Sie, Friedensbotschafter, ermutigen, den größten aller Träume zu
träumen und die Größe Ihrer Vorfahren sogar zu übertreffen, die einst das
herrliche Machu Pichu und die Zivilisation des Inka-Reiches erbaut haben.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit
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